Der Fluss der Trauer

Die Reise der Trauer

Trauer ist kein starrer Moment. Trauer ist ein Fluss der sich bewegt. Eine Quelle am Anfang - der Grund der Trauer. Ein wilder Bergfluss - mal eine starke Strömung bis hin zu einem sanften langsamen Gewässer. Trauer ist nicht starr. 

Es gibt mehrere Phasen der Trauer

 

  • Phase 1 - Leugnen
  • Phase 2 - Wut
  • Phase 3 - Schuldgefühle
  • Phase 4 - Desorganisation
  • Phase 5 - Feilschen und Verhandeln, Hadern mit Gott
  • Phase 6 - Depression
  • Phase 7 - Angst
  • Phase 8 - Akzeptanz


 

Diese müssen nicht starr nach der Reihenfolge ablaufen. Es kann sein, dass man von Phase 3 in Phase 2 springt und wieder zurück. Anfangs ist jedoch immer Phase 1 - Leugnen - und wenn eine Trauer gesund abgeschlossen ist hat man die Phase 8 erreicht. In manchen Fällen bleibt der Mensch in einer Phase stecken. Zum Beispiel in der Depression. 

Im nächsten Abschnitt werden die einzelnen Phasen kurz erklärt. 
Weiter unten findest du ein paar Tipps bezüglich dem Umgang mit Trauernden.

Leugnen

"Nein, dass kann nicht sein!" Oft sin die Betroffenen in einer Schockphase. Sie zeichnet sich durch eine Starre, Unglaube und Betäubung aus. Leugnen ist ein sehr wichtiger Bestandteil in der Trauer. Denn man schützt sich in diesem Moment selbst bis man sich der Trauer stellen kann. Der Trauernde beendet diese Phase von selbst wenn er soweit ist. Lediglich in seltenen Fällen ist Hilfe notwendig. 

Wut

"Warum ausgerechnet er?!" Die Wut kann sich gegen andere Menschen wie zum Beispiel behandelnde Ärzte oder Gott richten. Die Wut ist wichtig um nicht in Depressionen zu rutschen. Um sie aber angemessen ausdrücken zu können sollte diese in Spaziergänge oder Tagebücher umgewandelt werden. 

Schuldgefühle

"Wäre ich nur gleich nach der Arbeit nach Hause gekommen, dann hätte ich ihn noch retten können!"
Es ist wichtig die falsche Schuld von einer richtigen Schuld (wie einen Autounfall unter zu schnelles Fahren) zu Unterscheiden. Bei der richtigen Schuld, dauert es oft sehr lange bis die Betroffenen mit sich im Reinen sind und benötigen oft professionelle Hilfe. 

Desorganisation

In dieser Phase steht die Überforderung im Spiel. Es treten auf einmal ganz viele verschiedene Gefühle auf: Schuld,, Wut, Angst, Zweifel, Trauer und Erleichterung. 

Verhandeln...

...mit Gott. Die bitte, dass der Verstorbene doch noch irgendwie lebt.

Depression

Woran erkennt man eine Depression in der Trauer? Hoffnungslosigkeit, Antriebslos, Isolation sind ein paar der Merkmale. 

Angst

Hat man so einen intensiven Kontakt zum Thema Tod ist es ganz normal, dass man auch Angst verspürt. Man sieht in der Welt alle Gefahren, überall kann der Tod lauern. Darüber mit anderen Betroffenen zu sprechen kann viel helfen. 

Akzeptanz

Man empfindet wieder neue Hoffnung. Zeigt wieder Interesse am Leben. 

Umgang mit Trauernden

Der Umgang mit einem trauernden Freund kann herausfordernd sein, da man oft nicht genau weiß, wie man am besten helfen kann. Hier sind einige Tipps, die helfen können, deinem Freund in seiner Trauer zu unterstützen:


1. Zuhören: Nehme Zeit, um deinem Freund zuzuhören. Lasse ihn über seine Gefühle, Erinnerungen und Sorgen sprechen, ohne zu unterbrechen oder zu urteilen. Zeige Interesse und Empathie.

2. Sei präsent: Sei für deinem Freund da, physisch oder emotional. Gebe ihm das Gefühl, dass er nicht alleine ist und dass du für ihn da bist, wenn er jemanden zum Reden oder umarmen braucht.

3. Praktische Unterstützung anbieten: Trauernde Menschen können oft mit alltäglichen Aufgaben überfordert sein. Biete deine Hilfe an, sei es beim Einkaufen, Kochen, Kinderbetreuung oder anderen Dingen, die ihm helfen könnten.

4. Respektiere den Trauerprozess: Jeder trauert auf seine eigene Weise und in seinem eigenen Tempo. Akzeptiere die Art und Weise, wie dein Freund mit seiner Trauer umgeht, und dränge ihn nicht, sich anders zu fühlen oder zu handeln, als er es möchte.

5. Gebe Raum: Manchmal braucht dein Freund Zeit und Raum, um alleine zu sein und seine Emotionen zu verarbeiten. Respektiere das Bedürfnis nach Privatsphäre und gebe ihm Raum, wenn er es wünscht.

6. Bleibe geduldig: Der Trauerprozess kann lange dauern und nicht-linear sein. Sei geduldig und unterstütze deinem Freund über einen längeren Zeitraum hinweg. Zeige ihm, dass du auch dann für ihn da bist, wenn die anfängliche Unterstützung nachlässt.

7. Erinnere an den Verstorbenen: Spreche den Namen des Verstorbenen aus, teile Erinnerungen und Geschichten. Es kann für den Trauernden tröstlich sein, zu wissen, dass ihr geliebter Mensch nicht vergessen ist.

8. Vermeide gutgemeinte Ratschläge: Trauernde Menschen haben oft mit vielen gutgemeinten Ratschlägen zu kämpfen, die nicht immer hilfreich sind. Vermeide es, Ratschläge zu geben oder zu sagen, dass die Zeit alle Wunden heilt. Höre stattdessen zu und unterstütze deinen Freund in seiner Trauer.

9. Professionelle Hilfe anbieten: Wenn dein Freund Schwierigkeiten hat, mit seiner Trauer umzugehen oder Anzeichen von Depression zeigt, ermutige ihn, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Therapeuten oder Trauerberater können eine wertvolle Unterstützung sein.

10. Langfristige Unterstützung bieten: Trauer dauert oft viel länger, als man anfangs denkt. Biete deinem Freund auch langfristig deine Unterstützung an und zeige ihm, dass du weiterhin für ihn da bist, auch wenn die Intensität der Trauer nachlässt.

Wichtig ist, dass du deinem Freund wissen lässt, dass er nicht alleine ist und dass du bereit bist, ihn in seiner Trauer zu begleiten. Jeder Trauernde ist einzigartig, also passen deine Unterstützung an die Bedürfnisse und Wünsche dei Freundes an. 

Mit wem kann ich sprechen wenn ich selbst Betroffen bin?

Scheue dich nicht mit Freunden und deiner Familie über deine Trauer zu sprechen. Bist du selbst nicht Betroffen möchtest aber einem Freund helfen, weißt aber nicht wie du ihm das sagen kannst: Schreib in der Trauerkarte, dass er immer auf dich zukommen kann wenn er etwas braucht oder nur reden möchte. So dröngst du dich nicht auf und er kann selbst entscheiden ob er ein kleines Gespräch suchen möchte.

Oft helfen auch anonyme Drittepersonen. Hier findet man im Internet Hilfe.

Gleichgesinnte findest du in Trauergruppen.

Fachpersonal wie religiöse Betrater oder einen Arzt können auch sehr Hilfreich sein.